Spiel des Lebens

Spiel des Lebens

„Spiele, als ob du noch nie verloren hast!“

Meine Tochter hing am Handy, zockte ein Spiel. Gerade als ich sie auffordern wollte, diese Sinnlosigkeit zu beenden, zögerte ich einen Moment, schaute auf´s Display auf das Jump-and-Run. Ohne aufzublicken und mit überzeugter, fester, bestimmter Stimme, sagte sie: „Weißt du Mama, du musst spielen, als ob du noch nie verloren hast. Das ist das Geheimnis.“ Hmm, „wie meinst du das?“, fragte ich nach.

Das waren ihre Antworten, wie man das Spiel genießt und leicht Level gewinnt:

  • Du kommst in den Flow, wenn du mitgehst. Sonst macht es keinen Spaß.
  • Erst kann man noch denken, doch dann wird es schneller, immer mehr auf einmal.
  • Dann musst du mitfließen – bleib nicht an Details hängen, hab alles irgendwie im Blick.
  • Lass dich nicht ablenken.
  • Spiel weiter, als ob du noch nie ein Leben gelassen, einen Verbündeten oder Spielgeld verloren hättest.
  • Du musst alle Bomben, Schätze – alles bereits erspielte – nutzen und sofort einsetzen, wenn sich eine Chance bietet.
  • Nichts verschieben.
  • Fließ mit dem Spiel. Intuitiv.
  • Man, bin neugierig, was als nächstes passiert.
  • Was ich auf dem nächsten Lebel erleben und tun kann.
  • Freu mich schon drauf.

Schau mal – nonstop bekomme ich, was ich brauche und es purzeln Münzen.
So, zurück zum Leben.
“ Sie schließt die Spiele-App und legt das Handy weg.

Wo es eigentlich genau so läuft, dachte ich für mich…
Denn genau diese Analogie von Spielen und Leben hatte ich beim Zuhören im Kopf.

Im Spiel ist es einfach, drauflos zu legen. Was soll passieren. Man rappelt sich auf und versuchts nochmal. Von Level, zu Level, zu Level. Und jeder kommt so vorwärts, geht quasi gar nicht anders. Das leuchtet ein.

Und auch bei Filmen und Romanen genießen wir, was man eine Heldenreise nennt. Eine Erzählstruktur, die den Werdegang des Protagonisten (Helden) und seine Entwicklung beschreibt. Typischerweise beginnt dieses Abenteuer damit, dass der Held in seiner gewohnten Welt lebt, bis er gezwungen ist, seine Komfortzone zu verlassen, um sich Herausforderungen zu stellen, Erkenntnisse zu gewinnen und verändert nach Hause zurückzukehren.

Wie fühlen das. Fiebern mit, sehen, was zu tun ist. Und wir wissen genau – im Moment, wo der Held sich traut, seine Stärke erkennt, wird sich alles fügen.

Dort macht alles Sinn – jedes Element der Heldenreise: der Ruf zum Abenteuer, die Ablehnung des Rufes, die Begegnung mit dem Mentor, das Überschreiten der Schwelle, Prüfungen, Verbündete und Feinde, die Annäherung, die Bewährungsprobe, die Belohnung, der Rückweg, die Wiederauferstehung, die Rückkehr und die Freiheit zu leben.

Zurück zum realen, unseren Leben

Warum können wir uns in der Fiktion, wie in Filmen, Büchern, Spielen, auch wenn sie das Leben spiegeln, leichter darauf, auf diese Sicht- und Verständnisweise, einlassen?

Berechtigter Einwurf: man entscheidet freiwillig, sich auf die Story einzulassen (wann, wie tief, wie lange) und deren Herausforderungen, Prozesse, Bedrohungen, Nöte etc. sind nicht real.

  • Doch drehen sich unsere Gedanken und Gefühle wirklich um Reales, jetzt Existentes?
  • Oder ängstigt und hemmt uns nicht auch unsere eigene Fiktion von Vergangenheit und Zukunft?
  • Wählen wir nicht Tag für Tag die Spielchen, die wir (mit-) spielen? 

Wir sind auf unserer eigenen Heldenreise

Interaktiv. Schreiben das Drehbuch, führen Regie, wählen Orte und Mitspieler und spielen die Hauptrolle. Also wie oder warum sollten wir der Handlungsentwicklung nicht vertrauen?

Warum schreib ich das? Vor allem als Erinnerung und Aufforderung an mich, meine eigene Heldenreise und Spielfelder, meine Motivation, mein Agieren immer mal wieder aus der Zuschauerperspektive zu betrachten, mit etwas Abstand, objektiver, als größeres Bild, im Hier- und Jetzt. Das macht mich wertfreier, unvoreingenommener, unbefangener. Lässt mich erkennen, wo ich „frei-willig“ bin und eigentlich hinwill. 

Letztendlich ist das Leben wie ein Spiel. Ein Spiel unseres Bewusstseins, unserer Seele. Allerdings eins, indem wir nur gewinnen können. An Erfahrungen, Beziehungen, an Reife.


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